Projekt Laax – The Hive
Ausgangspunkt für dieses Wohnungsprojekt waren 132 m² Fläche mit einer aussergewöhnlichen Raumhöhe. Eine unverbaubare Aussicht auf Tannen und Bergwiesen öffnet den Raum nach aussen und vervollständigt ihn. Höhe, Licht und Landschaft sind gegeben.
Die Idee
Als konzeptionelles Leitmotiv liessen wir uns von der Struktur der Bienenwabe inspirieren. Sie steht für Ordnung, Wiederholung und Verbundenheit. Dieses Prinzip haben wir abstrahiert und in fliessende Linien sowie subtile Hexagon-Elemente übersetzt, die sich in Möbeln, Winkeln und Details wiederfinden.
Der Stil
Den neoalpinen Stil wollten wir mittels Täferwänden, Tapeten und einem urchigen Eichenparkettboden mit breiten Dielen ausdrücken. Das Spiel von Stein und Holz, die in dieser Gegend verwurzelt sind, schafft ein Gefühl von Authentizität. Das Konzept folgt dem Motto «Fire and Ice»: Die vielen warmen Elemente wie Holzdielen oder der Kachelofen werden durch transparente Glasleuchten kontrastiert, die wie Eiskristalle wirken. Mit verputzten Kalkwänden, warm-grauen Farbtönen und indirektem Licht wollten wir zudem eine ruhige, zurückhaltende Atmosphäre schaffen, die einzelnen Bereiche mit dem durchgehend verlegten Eichenparkett zu einer räumlichen Einheit verbinden.
Der neue Wohnraum.
Einblick in die neue Küche.
Raumtrenner, der zugleich Platz für eine Arbeitsnische bietet.
Die Umsetzung
Beim Eintreten wird man von einem Wollteppich begrüsst, entworfen von David Chipperfield und gefertigt vom schwedischen Hersteller Kasthall. Der über vier Meter hohe Einbauschrank in der Garderobe mit voller Nutzfläche wird durch eine warmgrüne Landschaftstapete auf den Türen aufgelockert. Beleuchtet von einem Moooi-Chandelier und ergänzt mit Sitzgelegenheiten von Bonaldo entsteht so ein Entree, wie es sein sollte.
Im Gang setzen clevere Stauraumlösungen aus Lärchenholz und eine indirekte Beleuchtung den Ton, die in einer Goldleiste eingebettet ist und den ganzen Gang ausleuchtet. Ein Weinschrank von Miele sowie zusätzliche Stauraumlösungen in einer zweiten Nische ergänzen das Konzept. Direkte Spots setzen den Pizza- bzw. Brotbackofen in Szene, der vom grosszügigen Gang aus bedienbar ist.
Im Wohnraum kuschelt sich alles um einen Kachelofen aus Valserstein, der die räumliche Mitte übernimmt. Verspielt ergänzt wird er durch kleine Treppen, gedacht für Kinder, die gerne beim Ofen sitzen. Den offenen Grundriss haben wir mit einem Lamellen-Raumteiler aus Lärchenholz behutsam gegliedert. So bleibt er offen, erhält aber eine gemütliche Bürotischnische zum Arbeiten und Lesen, ohne die Gesamtwirkung zu fragmentieren. 44 mundgeblasene Leuchten haben wir bewusst so platziert, dass sie die Höhe strukturieren und vertikale Akzente setzen. Sie wirken wie Eiskristalle über dem Raum.
Die massgefertigte Küche mit Kochinsel und Abdeckung aus Valser Quarzit haben wir bis unter die Dachschräge ausgebaut, mit Fronten im Mattlackton «Iceblue» sowie mit Geräten von Bora und V-ZUG. Die Küche wirkt leicht, ihre abgerundeten Elemente und Schrägen lassen den Raum grösser erscheinen. Der offene Essbereich liegt direkt neben der Küche und ist mit einer Eckbank in der schönsten Nische positioniert. Durch die Fenster bietet sich ein Rundumausblick in die Natur und die Berglandschaft – so bildet er den kommunikativen Mittelpunkt der Wohnung.
Der grosse Wohn- und Essraum wird durch ein TV-Möbel auf der einen Seite und ein Barelement mit Glasschiebetüren auf der anderen Seite zoniert. Das macht den Raum gemütlicher und definiert klar die Bereiche für Essen, Kochen, Wohnen sowie das Büro mit der Bibliothekswand.
Die drei Zimmer haben wir jeweils eigenständig interpretiert. Im Masterbereich etwa sorgt eine getäferte Rückwand für Struktur und Tiefe. Ein anderes Zimmer bleibt flexibel: Gästezimmer, Kinderzimmer, Yogaraum oder Büro – das darf sich mit dem Leben verändern.
Auch die drei Bäder folgen der klaren Material- und Lichtlogik: Kalkwände, Valserstein, Eiche und zurückhaltende Beleuchtung bilden das Gerüst, verzaubern jedoch mit unterschiedlichen Stimmungen. Das kleinste Bad, das kein Dachfenster hat, wollten wir in eine Wellnessgrotte verwandeln. Dafür integrierten wir eine Dampfdusche bzw. ein Hamam sowie ein Lavabo und ein WC in warmem Grün, ergänzt durch mundgeblasene Glasleuchten von Bocci.
The Hive ist unsere räumliche Antwort auf die Frage: Wie bringt man Struktur und Landschaft in einen Dialog? Die Lösung liegt in dieser Wohnung, deren Grosszügigkeit sich aus der natürlichen Umgebung speist und die gleichzeitig den Rückzug in private Geborgenheit erlaubt. So wie eine Bienenwabe eben.

